Übergang Wald-Kulturland

Heute verläuft die Grenze zwischen Wald und Wiese messerscharf und oft geht eine Wiese ansatzlos in geschlossenen Wald über. Brutvögel der Übergänge zwischen Wald und Kulturland verschwinden zunehmend aus unserem Kanton.

Arten wie Gartenrotschwanz, Fitis, Wendehals, Wiedehopf oder Grauspecht sind Beispiele von selten gewordenen Arten, die auf offenere Wälder angewiesen wären, um stabile und genügend grosse Bestände zu bilden. Diese Arten sind denn in den letzten Jahrzehnten auch auf Ersatz-Lebensräume wie Hochstamm-Obstgärten, Rebberge und oder Schrebergarten-Areale ausgewichen und stehen heute auf der Roten Liste der Brutvögel.

Breite Übergänge Sternenberg Töbeli

Breite Übergänge Bauma Hundschilen

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde der Wald intensiv genutzt: als Weide, als Brennholzlieferant oder Laubstreu-Quelle. Heute verläuft die Grenze zwischen Wald und Wiese abrupt, messerscharf; und oft geht eine Wiese ansatzlos in geschlossenen Wald über, eine Wand aus Bäumen. Brutvögel der Übergänge zwischen Wald und Kulturland verschwinden zunehmend aus unserem Kanton. Die Bestände der Arten der offenen, von Licht durchfluteten Wälder und der fliessenden Übergänge zwischen Offenland und Wald haben stark abgenommen oder stagnieren auf tiefem Niveau.

Der seit gut einem Jahrzehnt stetig zunehmende Holzvorrat sowie die intensivierte Landwirtschaft haben mit dazu beigetragen, dass die Grenze zwischen Wald und Kulturland heute sehr abrupt verläuft. Gerade der Übergangsbereich hat aber ein grosses Potenzial, um viel zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beizutragen. Eine verstärkte Holz-Nutzung im Waldrandbereich trägt dazu bei, dass strukturreichere und diffusere Übergänge zwischen dem Kulturland und dem geschlossenen Wald entstehen.