Kiebitz Gossau

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In der Gossauer Ebene brüteten seit 2010 regelmässig fünf bis sieben Kiebitzpaare auf verschiedenen Äckern – und manche sogar auf dem Dach eines Industriegebäudes. Lange Zeit blieb ein Bruterfolg (flügge Jungvögel) trotz Förder- und Schutzmassnahmen aus. Vermutlich ist das Nahrungsangebot für die Jungvögel suboptimal und es entstehen kaum mehr vernässte Flächen oder Feuchtstellen, welche dem Kiebitz den Zugang zur Nahrung verbessern würden.

Im Frühjahr 2024 wurden jedoch erstmals seit 2018 wieder mehrere Jungvögel flügge! Dies könnte einerseits am regnerischen Wetter liegen, welches landwirtschaftliche Tätigkeiten reduziert und Futterplätze für den Kiebitz schafft. Nicht zuletzt ist der Bruterfolg unserem ehrenamtlichen Kiebitzteam zu verdanken, welches das Brutgeschehen in Gossau seit Jahren beobachtet und begleitet. Dieses schützt beispielsweise die Gelege mit Schafzäunen vor dem Fuchs und anderen Bodenfeinden und koordiniert landwirtschaftliche Einsätze mit den Bewirtschaftenden.

Einige Kiebitze wählten in den vergangenen Jahren immer wieder ein Flachdach im nahe gelegenen Mönchaltorf als Brutstätte. Allerdings ohne, dass der Nachwuchs hier flügge werden konnte. Da die Vögel diesen Standort immer wieder anvisierten, werteten wir die Dachbegrünung gemeinsam mit der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich und der ZHAW in den letzten Jahren Schritt für Schritt auf. Dieses Jahr liessen sich nun gleich vier Kiebitzpaare zum Brüten auf dem extensiv begrünten Flachdach nieder – und erstmals scheinen sie damit erfolgreich zu sein: neuesten Beobachtungen zufolge sind sieben Jungvögel wohlauf.

Daneben investieren wir allerdings vor allem auch gezielt in Lebensraumaufwertungen auf dem Boden. So konnte im Jahr 2023 eine Kiebitzbrache auf dem Tirbel-Acker in Gossau angesät werden. Die Fläche wird vernässt und es werden offene Bodenstellen geschaffen, um dem Kiebitz Brutmöglichkeiten anzubieten. Diese und weitere Massnahmen sind wichtig für das Überleben des stark gefährdeten Bodenbrüters.